1989 bestimmten Rennpferde, sportliche Erfolge und mein ehrenamtliches Engagement als Vorstandsmitglied im Münchner Rennverein mein Leben. Was zunächst Anerkennung und Freude brachte, entwickelte sich mit den Jahren zu einer immer größeren Verantwortung.
In dieser Zeit lernte ich Prof. Dr. Ständer und den Physiker Dr. Johnssen kennen. Ihre Ideen über Miscanthus und neue Verfahren der Biomassevergasung eröffneten mir eine völlig neue Welt. Rückblickend waren beide echte Visionäre und Wegbereiter eines Lebensabschnitts, der mich bis heute begleitet.
1992 entstand nach vielen Gesprächen und Überlegungen unser nachhaltiges Kreislaufkonzept, der sogenannte E(lectro)-F(arming)-Metabolismus.
Internationale Patente wurden angemeldet. Ein Gutachten der Hans-Sauer-Stiftung und der Ehrung durch Professor Erich Häußer, dem damaligen Präsidenten des Deutschen Patentamtes, der das Konzept mit „hervorragend“. bewertete: „Auf Grund dieser sowohl in technischer als auch in wirtschaftlicher Hinsicht sehr aussichtsreichen Aspekte des Electro-Farrning-Projektes empfiehlt der Gutachter, das Projekt umgehend finanziell zu fördern, damit aIIe Vorteile dieser Zukunfts-Technologie unserer Volkswirtschaft zur Schaffung neuer Arbeitsplätze zugute kommen. München, 10.6.1997″,
bestärkte uns darin, die technische Machbarkeit mit eigenen Mitteln nachzuweisen. Nach langen Recherchen fanden wir in den USA über das DOE in Washington/Baltimore mit der Firma ThermoChem Recovery Int. den geeigneten Partner, Eine eigene Technologie für Schwarzlauge (Papierindustrie) wurde für unsere Anforderungen umgebaut. Die ersten Testläufe bestätigten unsere Erwartungen: Aus Biomasse konnte stabil und mit außergewöhnlich hoher Ausbeute Wasserstoff erzeugt werden.
Durch meine Arbeit im Rennsport lag es nahe, über die energetische Nutzung von Pferdemist nachzudenken.
Ein Pferd produziert täglich rund 20 Kilogramm Mist. Für mich entstand daraus die Frage, ob sich ein kostspieliges Entsorgungsproblem in einen wirtschaftlichen und ökologischen Vorteil verwandeln lässt.
Es folgten viele Jahre intensiver Arbeit, umfangreiche Testläufe und erhebliche private Investitionen. Doch die Ergebnisse zeigten, dass Biomasse nicht nur zur Erzeugung von Wärme, Strom und Wasserstoff genutzt werden kann. Gleichzeitig entsteht Pflanzenkohle, ein wertvoller Kohlenstoffspeicher, der Böden verbessern und langfristig Kohlenstoff binden kann. Damit wurde aus einer Vision ein ganzheitliches Kreislaufmodell.
1998 entwickelte ich spezielle Miscanthus-Pellets als Einstreu für Pferde. Anschließende Langzeitstudien mit ehemaligen Rennpferden zeigten deutliche Vorteile für die Gesundheit und das Wohlbefinden der Tiere. Gleichzeitig eröffnet diese Einstreu neue Möglichkeiten für Pferdebetriebe, da die verbrauchte Einstreu zusammen mit dem anfallenden Mist energetisch genutzt werden kann. Die Idee, Tierwohl, Umweltschutz und Wertschöpfung miteinander zu verbinden, ließ mich nicht mehr los.
Mit zunehmender Aufmerksamkeit kam auch der Widerstand. Aus einem kleinen Projekt wurde plötzlich etwas, das Interessen berührte.
Viele Wegbegleiter zogen sich zurück. Was blieb, waren nur wenige Menschen und die Pferde, die mich über all die Jahre begleitet hatten.
Oft war der Weg beschwerlich. Doch gerade in schwierigen Zeiten wurden mein Glaube, meine Liebe zu den Tieren und das Vertrauen in die Aufgabe zu einer wichtigen Kraftquelle.
1988 wurde ich von Pater Willibald in den weltlichen Orden der Franziskaner aufgenommen. Damals konnte ich die Bedeutung dieser Entscheidung kaum ermessen.
Heute empfinde ich Dankbarkeit, Verantwortung und Beharrlichkeit als wichtige Grundlagen meines Handelns. Trotz mancher Enttäuschungen durfte ich erleben, dass Ausdauer und Vertrauen vieles möglich machen.
Unsere drei Projekte haben bis heute Bestand:
Miscanthus – der Rohstoff mit Zukunft
Allotherme Vergasung – dezentrale Erzeugung von Wärme, Strom, Wasserstoff und Pflanzenkohle
Kinder- und Jugendsportförderung mit ehemaligen „Rennpferden“
Ich werde den eingeschlagenen Weg weitergehen und die mir anvertrauten Aufgaben mit Überzeugung weiter verfolgen.
Besonders am Herzen liegen mir dabei unser Projekt „ehemalige Rennpferde“ die mich über Jahrzehnte begleitet haben. Sie waren weit mehr als Sportpartner. Sie waren Lehrer, Freunde und stille Helden meines Lebensweges.
Ich wünsche mir, sie noch lange beschützen zu dürfen, bis auch sie eines Tages über den Regenbogen galoppieren, dorthin, wo BRIGATA, AMRIA, BEST OF ALL, BOOMERANG und LOCANDO bereits auf sie warten.
Mein herzlicher Dank gilt allen Freunden und Bekannten, die das Projekt „Renn-Pferde BOOMERANG“ unterstützen und in die Zukunft tragen. Gemeinsam können wir Bewährtes bewahren und Neues entstehen lassen.