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Comeback von Kevin Woodburn auf Dagostino: für uns die Sieger der Kinderherzen

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10 jähriger Vollblüter startet mit Spitzenjockey. Möglich macht das ein nachhaltiges Aufbau-Training für ein schwieriges Rennpferd

1.493 Rennen hat Kevin Woodburn in seiner Laufbahn als Jockey gewonnen, zählte zur Creme de la Creme der hiesigen Sattelkünstler. Nicht nur seine Derby-Siege sondern auch viele andere Top-Rennen zeugen von dem großen Können und der Cleverness dieses Top-Reiters, der inzwischen 58 Jahre alt ist. Nun kehrte er als Amateur in den Sattel zurück – mit unserem Dagostino.

Der nachfolgende Bericht kann vielleicht zeigen, wie viel Überzeugung, Fachwissen und Geduld es manchmal erfordert, eingefahrene Verhaltensmuster bei einigen Rennpferden zu beeinflussen. Bei Dagostino war bereits in den vergangenen drei Jahren zu erkennen, wie wichtig in Zukunft die Erfahrungen von Profis aus dem Rennsport sind, um neuen Erkenntnisse aus Langzeitstudien umsetzen zu können. Wie auch an diesem Samstag, dem 30.4.16, in Düsseldorf im 2. Rennen.

Dagostino  ist verglichen mit früher, ausgeglichen und entspannter. Er beachtet mit größter Aufmerksamkeit seine Umwelt. Beim Aufgalopp ist er von Rennen zu Rennen ruhiger. Beeindruckend war an diesem Renntag das mühelose Manöver an den Startboxen. Dagostino bezog ganz ohne Probleme die Startbox Nr.2. Im Sattel saß der bekannte Jockey, Mr. Kevin Woodburn. Seit einiger Zeit ist Dagostino  in Kevin Woodburns Obhut und nun steigt dieser wieder in den Sattel, um seinen Schützling hautnah zu begleiten.

Auch während des Rennens erkennt man, wie beinahe selbstverständlich das Team Kevin – Dagostino harmonierten. Die Entscheidung, Dagostino mit 74 kg bei schwerem Boden dann an die Rails zu führen und mit feiner Hand dem Pferd ohne großen Druck den bestmöglichen Galopp zu erlauben, zeugt von der großen Erfahrung eines Spitzenjockeys. Und es zeugt ebenso von Respekt gegenüber dem Pferd, einem Spitzenathleten.

Vermeintlich schwierige Rennpferde können auch mit 10 Jahren zu Spitzenleistungen bereit sein, wenn sie eine gewisse Auszeit und ein gutdurchdachtes Training erfahren. Damit sind Vollblüter – entgegen allen skeptischen Reden – für jeden guten und vernünftigen Reiter ein Gewinn. Sie eignen sich aufgrund ihrer Härte, Leistungsbereitschaft und Nervenstärke daneben auch sehr gut für den Freizeitsport und weitere Projekte wofür die „Kinder-und Jugendförderung BOOMERANG e.V.“ steht.

Das Ziel, auf das wir mit ganzer Kraft hinarbeiten, dient der Erhaltung der Vollblüter, dieser intelligenten und nervenstarken vierbeinigen „Helden“ und ihren Fähigkeiten. So können sie nach ihrer Rennkarriere eine wichtige Rolle in der persönlichen und sozialen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen spielen. In unserer heutigen Zeit, die von Problemen des Artensterbens und der Umweltzerstörung geprägt ist, wird es wichtig, auch im Bereich der Kinder- und Jugendförderung neue Wege aufzuzeigen. Viele Kinder und Jugendliche kommen heute kaum noch mit der Natur und ihren Lebewesen in Kontakt, die Entfremdung der Gesellschaft von der Natur nimmt zu. Lebendiges Interesse an Natur und Umwelt entsteht jedoch durch prägende Erlebnisse und Eindrücke in Kindheit und Jugend. Genau hier möchten wir mit unseren Projekten ansetzen. Unsere Vollblüter bewähren sich täglich in unserem Projekt „Kinder-und Jugendförderung BOOMERANG e.V.“. Sie tragen ganz wesentlich dazu bei, die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen in dieser durchrationalisierten, komplexen Gesellschaft sinnvoll zu gestalten.

Im Rennsport möchten wir erfahrende Profis und Leistungssportler gewinnen, deren Erfahrungen diskutieren und lebendig bewahren. Dann besteht die Chance, diese  Erfahrungen auch in der Zukunft in geeigneter Weise für Sport und Gesellschaft fortzuführen. Denn nur was man kennt und auch versteht, wird man letztendlich auch schützen und erhalten.

Wir freuen uns über ein zunehmendes Interesse, eine wachsende Unterstützung und vor allem über positive Diskussionen.

Ganz besonderen Dank an Kevin Woodburn und unseren Dagostino.

„Leben kann immer nur am Lebendigen begriffen und erlernt werden.“

Happach, den 1. Mai 2016 
Hannelore Gallin-Ast
Portrait Kevin Woodburn: © Anita Ullrich
Alle Fotos der Galerie: Peter Flaß